Schulter an Schulter gegen Faschismus – Faşizme Karşı Omuz Omuza!

Unter dem Motto „Schulter an Schulter gegen Faschismus“ demonstrierten am heutigen Sonntag Nachmittag circa 300 Menschen aus Rostock ihre Solidarität mit der kurdischen Linken. Anlass war die Verhaftung mehrerer Abgeordneter der prokurdischen Partei HDP (Demokratische Partei der Völker) in der Nacht von Donnerstag zu Freitag, unter ihnen die beiden Vorsitzenden der Partei. Der Aufzug bewegte sich Lautstark vom Hauptbahnhof über den Uniplatz zum Doberaner Platz, wo jeweils eine Kundgebung abgehalten wurde. Nebenbei wurden Flyer verteilt, die umstehenden Personen das Anliegen der Demo vermitteln konnten. Außerdem unterstrichen verschiedene Transparente die Forderung nach einem entschlossenen Widerstand gegen Faschismus über nationale Grenzen Hinweg.

Zu Beginn hat Jonas Dogesch, Mitorganisator der Demonstration, die Anwesenden begrüßt und die Bedeutung einer grenzenlosen Solidarität unter allen Menschen, die sich für gesellschaftlichen Fortschritt und Freiheit einsetzen, hervorgehoben. Angesichts der Tatsache, dass die Entwicklung des Türkischen Staates nicht anders als faschistisch einzustufen ist, muss dieser Entwicklung geschlossen begegnet werden. Dogesch betonte auch, dass der Begriff des Faschismus nicht leichtfertig gebraucht werden darf, die aktuelle Situation in der Türkei jedoch keinen anderen Namen kennt. Dies ist eine Position, die wir als Interventionistische Linke Rostock teilen und die auch die gesamte Interventionistische Linke bezieht. Das Regime unter Erdogan bekämpft jede Opposition mit aller Härte, allen voran die kurdische Bevölkerung und die politische Linke. Stück für Stück wird alles Widerständige aus dem Weg geräumt und die Demokratie zerlegt. Deshalb lautete die Parole auf dem Transparent an der Spitze der Demonstration „Gegen Erdogans Faschismus“.

Am Uniplatz wurde in einem Redebeitrag auf die Situation von protestierenden Non-Citizens in München eingegangen. Ein Genosse verdeutlichte die Notwendigkeit einer Verschränkung verschiedener fortschrittlicher Kämpfe und lud die Anwesenden ein, sich an einer Fotoaktion zu beteiligen. Anschließend folgte eine weitere Rede, die sich vorrangig an die Deutsche Linke richtete und dazu aufgerufen hat, Druck auf die deutsche Regierung auszuüben, ihre Zusammenarbeit mir Türkei einzustellen. Vor allem der Deal zwischen EU und Erdogan zeigt, dass es wichtig ist, verschiedene politische und soziale Auseinandersetzungen zusammenzuführen, da es sich dabei um einen Angriff auf Flüchtende Menschen als auch auf einen Angriff auf die Linke Bewegung in der Türkei handelt. Die Menschen, die ihre Heimat auf der Suche nach Sicherheit verlassen, werden in ihrer Bewegungsfreiheit beschnitten und im Gegenzug wahrt die EU das Schweigen über den Krieg, die Menschenrechtsverletzungen sowie die voranschreitende Entdemokratisierung.

Auch auf dem Doberaner Platz wurden politische Zusammenhänge thematisiert. Eine Aktivistin stellte die Demonstration „Abschiebungen stoppen! Fluchtursachen bekämpfen!“ vor, die am 26.11. in Rostock stattfinden wird. Außerdem wurde an dieser Stelle eine Rede in kurdischer Sprache gehalten, um die Menschen der kurdischen Community vor Ort direkt ansprechen zu können. Den letzten Beitrag lieferte die Initiave „MV für Kobanê“, die ebenfalls die Einstellung jeglicher Kollaboration der EU mit dem türkischen Staat und die Freilassung der Abgeordneten der HDP gefordert hat. Zwischendurch gab es immer wieder Musik und zu der vorher gezeigten Entschlossenheit gesellte sich eine ausgelassene Stimmung, die den Charakter der Demonstration gut widergespiegelt hat. Das Motto verblieb heute nicht bei einer hohlen Phrase, die Menschen standen und tanzten Schulter an Schulter.

Parallel zur Demonstration haben die Spieler des IFC von 1899 Rostock vor ihrem heutigen Punktspiel eine Aktion durchgeführt, um sich mit dem heutigen Anliegen solidarisch zu zeigen. Wir möchten an dieser Stelle alle linken und demokratischen Strukturen aufrufen, sich daran ein Beispiel zu nehmen. Der Faschismus in der Türkei ist genauso bedrohlich und zu bekämpfen wie faschistische Strömungen überall.

Wir fordern die Freilassung der HDP-Abgeordneten. Wir fordern ein Ende der Zusammenarbeit mit dem Regime unter Erdogan. Wir wünschen allen nach Freiheit und Fortschritt strebenden Menschen in der Türkei, in Kurdistan und überall viel Kraft!

Schulter an Schulter gegen Faschismus!

P.S. Danke an unser Genoss*innen für die Fotos!

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